Polyarthritis, chronische

genannt auch rheumatoide Arthritis und, im Volksmund, Rheuma

Chronische Polyarthritis ist die häufigste Arthritisform, also unter den entzündlichen Gelenkerkrankungen, und führt zur schmerzhaften gleichzeitigen Verformung vieler Gelenke, bis hin zu ihrer Zerstörung. Frauen sind bis zu viermal häufiger betroffen als Männer. Das Erkrankungsrisiko steigt erheblich nach dem 40. Lebensjahr, aber bereits im Kindesalter kann die Krankheit auftreten.

Die Funktionseinschränkungen führen zu starker Alltagsbehinderung, wie beim Gehen oder Anziehen. Die chronische Polyarthritis ist nicht heilbar und zählt zu den Autoimmunkrankheiten. Meist erfolgt der Verlauf schleichend und schubweise.

Das Krankheitsbild zeichnet sich aus durch speziell morgendliche Gelenkschmerzen und Gelenksteifheit, begleitet von den geschwollenen Fingergelenken an beiden Händen.

Typisch ist das symmetrische Auftreten der Entzündungen, z.B. an beiden Handgelenken, wobei selten größere Gelenke wie Knie oder Ellenbogen erfasst werden.

Begleitsymptome sind Schwäche, rasche ErmüdungAppetitlosigkeit, Gewichtsverlust, nächtliches Schwitzen und leichtes Fieber. Funktion und Kraft im Bereich der erkrankten Gelenke sind einschränkt. Vereinzelt werden auch andere Organe, wie Augen, Herzklappen, Lunge oder Niere, von den Entzündungen befallen. Überdies können sich sogenannte Rheumaknoten in Haut, Lunge und Herz bilden.

Die Ursachen sind noch teils ungeklärt. Man geht aus von einer genetisch bedingten Anfälligkeit zu Entzündungsreaktionen gegen körpereigene Stoffe. Auch vermutet man, dass eine virale oder bakterielle Infektion die Krankheit letztlich auslöst, indem sie eine fehlerhafte Immunreaktion auslösen, die die Gelenkschleimhäute zunehmend anschwellen lässt, bis hin zur Zerstörung des Gelenkes.

Die Behandlung besteht grundsätzlich aus Krankengymnastik und Physiotherapie (z.B. Kälteanwendungen und Bewegungsbäder), kombiniert mit entzündungshemmenden Medikamenten, insbesondere langwirksamen Antirheumatika. In Schwerstfällen muss ein künstliches Gelenk operativ eingesetzt werden.

siehe auch Arthritis und Gicht