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Osteopathie

Osteopathie (griech.: „osteon", Knochen, und „pathie", Krankheit) ist eine sanfte, ganzheitliche Heilkunde, wirksam in der Diagnose, Therapie und Prophylaxe zahlreicher Erkrankungen. Sie kann ergänzend oder alternativ zu klassischen schulmedizinischen Behandlungen angewandt werden und wirkt häufig schneller und nachhaltiger als Medikamente oder chirurgische Eingriffe. Auch kann sie vor hoch aggressiven Eingriffen wie Biopsien, Endoskopien, Radiostrahlen, Narkosen oder Operationen verschonen. Mit einem zusätzlichen enormen Vorteil: Es gibt keine Nebenwirkungen. Osteopathie aktiviert die Selbstheilungskräfte des Körpers mittels spezifischer manueller Techniken, die auf eine ganz individuelle Behandlung des jeweiligen Patienten zugeschnitten sind. Denn die Osteopathie betrachtet jeden Fall als einzigartig und erfasst den Menschen in seiner physischen wie seelischen Gesamterscheinung.
Somit beschränkt sie sich nicht auf die isolierte Symptombehandlung, sondern dringt bis zur eigentlichen Krankheitsursache vor. Sie hinterfragt, warum ausgerechnet bei diesem Patienten zu diesem Zeitpunkt diese Krankheit ausgebrochen ist, und was den Organismus daran hindert, selbstständig zu genesen. Ihre Wirkung ist umfassend.
Der Leitgedanke der Osteopathie gründet darauf, dass die natürliche Bewegungsfreiheit der Organe unsere Gesundheit gewährleistet. Dagegen führen motorische Beeinträchtigungen wie Restriktionen, Dysfunktionen oder Blockaden zur Erkrankung: Blutzirkulation, Nervenflüssigkeit und Lymphe werden in ihren Fluss gestört oder vermindert, die Folge ist eine krankhafte Unterversorgung des betroffenen Organs.
Die Osteopathie verfügt über das unfassende anatomische und physiologische Wissen über das Zusammenspiel der untereinander eng vernetzten Systeme im Organismus, die über Gesundheit oder Krankheit entscheiden. So vermag der Osteopath diese Bewegungseinschränkungen aufzuspüren, sie gezielt manuell zu lösen und letztlich den körpereigenen Heilungsprozess einzuleiten. Sein Hauptwerkzeug sind dabei seine Hände, deshalb versteht er sich auch als „Menschenmechaniker", als „Körpertechniker".
Die Osteopathie gründet auf 5 Prinzipien:
1. Leben ist Bewegen und Bewegen ist Leben: Bewegungsfreiheit hält die Organe gesund. Ein Grundsatz, der heutzutage auch in der Schulmedizin gilt: Bewegung ist von maßgeblicher Bedeutung bei der Prophylaxe und Therapie von Herz-Kreiskreislauf-Erkrankungen bis zu Stoffwechselstörungen, sogar bei seelischen Leiden wie Depressionen, Angst- und Suchterkrankungen.
2. Der Mensch ist eine Einheit aus Körper, Seele und Geist. Folglich kann eine reine Körperbehandlung, die Seele und Psyche außer Acht lässt, selten von nachhaltigem Erfolg gekrönt werden.
3. Der Körper kann sich grundsätzlich selbst regulieren, regenerieren und heilen: Tagtäglich kämpft unser Organismus erfolgreich gegen Viren, Bakterien, sonstige Krankheitserreger und sogar gegen Krebszellen.
4. Die Struktur eines Organs beeinflusst seine Funktion, und seine Funktion beeinflusst seine Struktur
5. Eine osteopathische Behandlung muss all diese Prinzipien berücksichtigen
Die osteopathische Behandlung gliedert sich in 5 Stufen, wobei der Therapeut unter Einbeziehung seiner Sinne den jeweiligen Patienten umfassend wahrnimmt:
- Hören und Sprechen, also Anamnese und Patientenbefragung: Der Osteopath hört dem Patienten bei der Schilderung seiner Beschwerden aufmerksam zu, um ihm anschließend einer eingehenden Befragung zu unterziehen (u.a. präzise Symptomangaben, Zeitpunkt des ersten Auftretens, Häufigkeit, auslösende Faktoren und mögliche Umstände, die zu Linderung oder Verschärfung führen).
Auf dieser Grundlage ermittelt der Osteopath - in einer Art inneren Dialogs - die entscheidenden Erkenntnisse zur optimalen Behandlungsstrategie: Welche Gewebepartien (Muskeln, Sehnen, Bänder, Gelenke oder Nerven) sind betroffen? Ist die Form der Störung eher mechanischer oder entzündlicher Natur? Welche ist die unmittelbare Ursache? Welche Faktoren haben sonst noch Einfluss? Warum kann der Körper nicht alleine diese Störung beheben?
Auch erkundigt sich der Osteopath nach sonstigen chronischen Krankheiten oder Risikofaktoren, die mit den aktuellen Beschwerden zusammenhängen könnten: z.B. Bluthochdruck; Blutzucker; Übergewicht; Stoffwechsel- und Verdauungsstörungen; Allergien; Kopfschmerzen; Tinnitus; Nierensteine; Hepatitis; Prostatitis; gynäkologische Beschwerden; Becken-, Gelenk- und Wirbelsäulenbeschwerden; Phobien; psychische Traumata.
Ausschlaggebend sind zudem Hintergründe zu u.a.: gehäuften familiären Erkrankungen; zurückliegenden Unfällen oder Verletzungen; Schwangerschaften und deren Verlauf; medizinischen Eingriffen oder Operationen; Zahnbehandlungen (wie Extraktionen, Kronen oder Implantaten); medikamentösen Behandlungen; aber auch zum Lebensstil (Ernährung, Sport, Schlafgewohnheiten, Drogen oder Aufputschmitteln) und zur allgemeinen psychischen Verfassung (wie Stress im familiären wie beruflichen Umfeld). Denn die private Situation eines Menschen beeinflusst maßgeblich sein Wohlbefinden, wobei seelischer Ballast auf Dauer Beschwerden auslösen oder verschärfen kann.
- Sehen, also Inspektion: Der Osteopath betrachtet eingehend die Körperhaltung des Patienten: im Stehen, im Sitzen, beim Gehen. Das gibt Aufschluss über Dysfunktionen und ausgleichende Fehlstellungen im Bereich von Schultern, Becken, Füßen, Wirbelsäule oder Brustkorb, die u.a. falsche Atmungsgewohnheiten hervorrufen.
- Fühlen, also Palpation (Abtastung): Dies ist der Grundpfeiler der osteopathischen Diagnostik. Durch behutsame Abtastung fühlt sich der Therapeut in die Beschaffenheit der betroffenen Körperteile ein, er „taucht" in das leidende Gewebe ein und „hört", was es ihm „mitzuteilen" hat. Bei dieser nonverbalen „Befragung" kommuniziert er mit dem Körper des Patienten. Dr. Andrew Taylor Still, der vor 120 Jahren die Osteopathie in den USA begründete, brachte es so auf den Punkt: „Das Gewebe weiß, was das Problem ist, wo es sitzt, wie und wann es entstanden ist".
Neben der Bereitschaft des Patienten sich zu entspannen und loszulassen, erfordert diese Stufe vom Therapeuten höchst sensible Hände. Sie müssen nicht nur die Beschaffenheit, Temperatur und Spannung der Haut ermitteln, sondern auch des tieferen Gewebes (Muskeln, Bänder, Nerven und innere Organe). Krankheitssymptome gehen stets mit veränderter Gewebespannung oder -beweglichkeit einher. Derartige Abweichungen können sogar noch vor Eintritt der Krankheit erkannt und behandelt werden. Damit ist die Osteopathie nicht nur eine behandelnde, sondern vor allem eine präventive Heilkunde.
Die Kunst des Osteopathen besteht darin, keine Diagnose nach „Schema F" zu stellen, sondern jeden Patienten als einzigartig zu betrachten. In der Regel wird der gesamte Körper durch Palpation untersucht, auch dann, wenn der Patient über ganz konkrete, eingeschränkt lokalisierte Symptome klagt, etwa rheumatische Schmerzen im Handgelenk. Denn möglicherweise sitzt die Ursache in einer ganz anderen Körperregion, und eben dort muss die Behandlung jenseits der reinen, kurzfristigen Symptombehebung ansetzen.
- Berühren, also Behandlung: Der Osteopath arbeiten mit manuellen, aber nicht zur jeweiligen Krankheit stickt vorgegebenen Techniken. Vielmehr ermittelt er die individuellen Faktoren, die zur Störung geführt haben. Deshalb ist es nicht ungewöhnlich, dass zwei Patienten mit exakt gleicher Diagnose ganz unterschiedlich behandelt werden.
Osteopathie behandelt unterschiedlichste Krankheiten und Beschwerden wie u.a.:
•§ Angst- und Panikstörungen
•§ Asthma, Sinusitis und Bronchitis
•§ Mittelohrentzündungen und Tinnitus
•§ Migräne und Kopfschmerzen
•§ Prämenstruelles Syndrom und Kinderwunsch
•§ Schlafstörungen und Depressionen
•§ Verdauungsstörungen und Reizdarm
•§ Zyklusbeschwerden
•§ Wirbelsäulenschmerzen
•§ Schmerzen nach Operationen jeglicher Art
•§ Psychosomatische Beschwerden
•§ Sportverletzungen und Unfallfolgen
•§ Kinderkrankheiten
•§ Frauenkrankheiten
•§ Männerkrankheiten
•§ Psychische Störungen
•§ Neuropsychische Krankheiten
•§ Schmerzsyndrome
•§ Nervenschmerzen und Muskelschmerzen
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